Rodeo Night und Wayne

Am Samstagmittag sind meine Gastmama Anita, meine Gastschwester Amanda und ich nach Wayne aufgebrochen. Die verhältnismäßig große Stadt (ca. 5600 Einwohner) liegt ungefähr 3 Stunden östlich von der Ranch der Familie. Anita ist dort aufgewachsen und meine andere Gastschmester Stacey, die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht kennengelernt habe, ist dort ins College gegangen und wohnt und arbeitet nun dort. Als wir ankamen sind wir direkt ins Altenwohnheim gefahren wo auch schon die Schwester von Anita aus Omaha mit samt Familie eingetroffen war und bereits einen Teil des Apartments der Großeltern ausgeräumt hatte. Für die beiden Renter stand ein Umzug in ein anderes, kleineres Apartment bevor, wo sie dann mehr Hilfe bekommen. Wir haben also alles was sich so fand auf Rollwagen gepackt und alles im neuen Apartment eingerichtet. Abends sind dann Amanda, Stacey, deren Cousin’s Brandon, Spencer und Austin und ich zu einem Rodeo ins 20 Minuten entfernte Wisner gefahren. Es war einfach Klasse!

Ein Rodeo hat verschiedene Disziplinen.
*In der ersten Disziplin haben sich die mutigen Cowboys auf wilde Pferde gesetzt und mussten sich möglichst lange oben halten
*In der zweiten Disziplin ist der Cowboy mit seinem Pferd einem Kalb hinterher gejagt, musste es mit dem Lasso fangen und die Beine zusammen binden. Auf Zeit.
*In der dritten Disziplin wurde einem jungen Stier hinterher gejagt und der Cowboy musste sich von Pferd fallen lassen um den kleinen Stier zu boden zu drücken.
*In der vierten Disziplin sind zwei Cowboys hinter einem Stier her gejagt, eine musste ihn vorne, der andere am Hinterbein mit dem Lasso fangen.
*In der fünften Disziplin, Barrel Race, musste der Cowboy so schnell wie möglich ein mit drei Ölfässern markiertes Dreieck durchreiten.
*In der sechsten Disziplin sind die ganz mutigen Cowboys auf die Rücken der Bullen gestiegen und anschließend über den Platz geschleudert worden.

Es war wirklich faszinierend und ich würde jeder Zeit wieder zu einem Rodeo gehen!
Natürlich gefällt es den Tieren nicht ganz so gut wenn ihnen mit dem Lasso am Bein oder an den Hörnern gezogen wird. Aber so prutal wie es sich auch anhört; So ist es nicht. Das geschieht alles in wenigen Sekunden und dann sind die Tiere wieder in ihrem Gehege. Ich würde eher behaupten den Tieren hier geht es besser als in Deutschland, denn wenn sie sich nicht gerade auf einem Rodeo befinden haben sie die Weiten der Prärie und das ist um einiges Schöner als die Weiden in Deutschland 😉

Am Sonntagmorgen sind wir dann alle zusammen zur Kirche gegangen und danach wieder ins Altenpflegeheim, wo ich den Großeltern erstmal ein paar Fotos von Deutschland gezeigt hab. Sie waren sehr begeistert und dankbar.

Abends sind Amanda, Anita und ich dann zu Freunden der Familie gefahren, die eine Farm mit Sojabohnen und Mais haben. Amanda und ich sind mit dem Vater rum gefahren, er hat uns seine Felder gezeigt und ein bisschen erzählt. Ich hab ehrlich gesagt nach kurzer Zeit auf Durchzug gestellt, weil ich ihn überhaupt nicht verstanden habe. Das war schade, denn eigentlich finde ich sowas wirklich interessant! Aber was soll ich als Deutsche schon mit Bushel, Gallon, acre und so anfangen, wenn ich nicht weiß was das in Liter, m³ oder Hectar sind 😀 Und mitten im Gespräch umrechen geht auch nicht, denn dann verliehrt man wieder den Faden.

Anschließend ist er mit uns noch an einer riesigen Hühnerfarm vorbei gefahren. Die haben dort mehrere MILLIONEN Hühner. Ich dachte immer 80 Tausend wären viel 😀 Da hab ich mich wohl geirrt.  Dort werden die Hühner allerdings für Eier gehalten. Diese Eier werden dann dehydriert und zu Pulver für Kuchen und Butter verarbeitet. Wirklich beeindruckend! Und das Krasse ist: Die Waschen die Ställe mit Hand. Das heißt die müssen das ganze Wasser mit Hand aus dem Stall kerchern und kehren und haben dort keine Abflüsse im Stall. Naja für sowas gibts dann wohl die Mexikaner…..

Ein paar, der Ställe:


Sojabohnenfeld:

Montagmorgen sind wir dann um halb 8 auf einem befreundeten Milchviehbetrieb gewesen. Der Sohn hat uns rumgeführt. Natürlich hatte ich aber wieder die selben Probleme mit dem umrechnen wie den Tag vorher auch schon. Echt ärgerlich!

Zum Glück hat die Mutter mir am ende noch eine Pröschüre vom Hof mitgegeben und jetzt kann ich dort alles nochmal nachlesen 🙂

Die haben dort um die 800 Milchkühe un dazu einen 2x12er-Melkstand. (Der Stall ist einfach gigantisch!!) Die benutzen dort nicht Stroh so wie wir in Deutschland, sondern Sand. Was auch sonst, wo sie doch die Sand Hills haben 😉 . Das hat zum Vorteil dass da kaum Fliegen waren. Ich war wirklich überrascht, selbst die Kälber waren fliegenfrei und das bei der Hitze!! Außerdem können sie den Sand immer wieder benutzen, wenn er getrocknet ist. Ca. 80-90% des Sandes wird wieder verwendet. Gefütter werden die Kühe mit Maissilage, Mais, Baumwollsamen, dried distillers grain (was auch immer das bedeutet), Sojabohnenschrot und Rapsschrot. Natürlich haben auch die Kühe eine Klimaanlage 😉 Die um die 150 Kälber dafür aber nicht.
Außer den Kühen hat die Familie noch 1,100 Acres Land (ca. 450 hektar) wo Alfalfa (was auch immer das ist) und Mais angebaut wird. Ca. 900 Acre (ca. 360 ha) davon werden künstlich bewässert.

Nun ja, gestern Nachmittag sind wir dann wieder zurück auf der Ranch angekommen und jetzt hab ich langsam wirklich Hunger und muss langsam mal aus dem Bett klettern um zu frühstücken. Viele Grüße aus dem wunderschön sommerlichen Nebraska! 🙂

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3 Gedanken zu „Rodeo Night und Wayne

  1. Hallo, hört sich alles sehr geil an! Schöne sache mit den videos. du scheinst da ja auch echt viel zu lernen, ich bin immer noch neidisch
    „dried distillers grain“ ist getrocknete getreide schlepme also der rest der ethanol herstellung. das gibt es bei uns auch!
    lg chris

  2. Hallo liebe Chiara,
    nun bist du schon seit 2 Wochen in den USA und erst jetzt habe ich endlich mal alle deine Einträge gelesen – und bin begeistert von deinem Blog! Es ist toll, was du so alles erlebst – soo viele neue und intensive Eindrücke (und wie schön, dass du das so unmittelbar mit uns teilst!!) – Ich hoffe, ich komme jetzt öfter zum Lesen. Jedenfalls freue mich ich mich für dich, dass es dir offensichtlich so richtig gut geht und du dich wohl fühlst!
    Lass es dir weiter gut gehen, genieß deine Zeit und nimm an Eindrücken und Erlebnissen mit, was immer sich dir bietet!
    Liebe Grüße, Doris (PS: Wenn ich mich nicht völlig täusche, meine ich dass alfalfa Luzerne ist, aber dein papa weiß das!)

  3. Hallo Chiara!
    Spannend, spannend! Was für tolle Eindrücke. Ja, Alfalfa sind Luzerne und Christian hat Dir ja schon beantwortet, was “dried distillers grain” ist. Ich bin echt beeindruckt, was Du schon alles gesehen und erlebt hast! Das man einen Raccoon als Haustier halten kann, kann ich mir gut vorstellen, fast wären wir auch schon einmal so weit gewesen, weisst du das noch? Ich habe eine kleine Flasche Tieressenz, sie heißt „Raccoon“, deshalb kannte ich diesen Namen schon in diesem Zusammenhang. Er schreibt sich mit Doppel „C“ und Doppel“O“. Ja, bin mal wieder sehr gespannt, wie´s weitergeht, vor allen Dingen, weil ja bald der erste Familienwechsel ist.
    Also, liebe Grüße
    Bettina

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