42 Stunden

42 Stunden waren wir unterwegs
– wer glaubt da sieht man nicht viel, der täuscht sich gewaltig.

Freitagmorgen wollten Mari, Dotti und ich eigentlich um 6 Uhr los fahren… Wie so oft ist es aber wieder später gewurden (um genau zu sein war es 6:30 Uhr als wir endlich von der Ranch gefahren sind). Irgendwo kenn ich das. Ja richtig, die Familie Wagner in Deutschland hat ja genau so ein Zeitproblem. Wie oft wir doch die Letzten sind, die irgendwo aufkreuzen 😉

So waren wir also nach einem kurzen Stop in Valentine, um ca. 9 Uhr endlich in South Dakota.

Als erstes sind wir in ein Indianerreservate der Lakotas (Parmelee – Rosebud Reservation) gefahren, wo wir Geschenke der Kirchengemeinde von Dunning hin gebracht haben. Die Indianer sind meinstens arm, haben sehr alte, kaputte Autos und herunter gekommene Häuser. Wir sollten das Essen und die Geschenke zu einem Haus für Kinder bringen.. Die Frau, die uns da erwarten sollte, war allerdings nicht zu sehen.. nur eine Horde Hunde lungerte von dem Haus herrum. Nach 15 Minuten haben wir dann mal bei dem nächstbesten Haus geklopft. Ein Mädchen öffnete die Tür, anscheinend die Enkelin der alten Frau. Dotti hat gefragt ob die Frau da ist, weil wir etwas bei ihr abliefern sollten. Das Mädchen sagte ja und rief nach ihrer Großmutter. Wir warten also weitere 15 Minuten am Auto, die alte Dame kam nicht aus dem Haus. Ein anderer Indianer kam  in seinem Pick Up auf den Hof gefahren und fragte was wir wollen. Er ist dann zur Hintertür des Hauses für die Kinder gegangen und dort war dann auch ein andere Mann nur mit seiner Unterhose bekleidet. Anscheinend haust er in dem Haus. Wir dachten er wolle sich nur kurz was anziehen, doch nach weiteren 10 Minuten war immer noch nichts wieder von den beiden Männern zu sehen… Wir haben dann die Tür geöffnet, gerufen, doch keiner kam. Also haben wir all die Genschenke einfach in das Haus gestellt und sind gefahren…. Und so begann also die Reise nach South Dakota 😉

Weiter ging es über einen sehr von Route Construction belasteten Highway zu den Bad Lands. Die Landschaft war einfach wieder atemberaubend. Hier ein paar Bilder:

Auf diesem Bild sitz ich am Abgrund 😉 Da ist wirklich auf beiden seiten absolut nichts außer Luft!

Nach dem wir die Bad Lands auf der Liste abgehakt haben, sind wir weiter nach Wall Drug gefahren.
Die Geschichte: Damals als Mt. Rushmore und die Bad Lands begannen populär zu werden, lebte dort ein Mann. Die Touristen, die durch den Ort kamen fragten den Mann wo es Ice Cream gäbe. Nach einer Weile beschloss der Mann Eis zu verkaufen. Die Touristen fragten ihn wo man Souvenirs kaufen könne und der Mann bot Souvenirs an. Schluss endlich hat der Mann ein riesiges Center für Touristen aufgebaut, indem sich mehrere Souvenirshops befinden, Spaß für Groß und Klein und echt gutes Eis! Und dann war auch schon Zeit für Mt. Rushmore:

Nein Spaß 😉

Nachdem wir uns die Bäuche voll gefressen haben sind wir weiter nach Rapid City gefahren, wo wir ins Motel eingecheckt haben.

Nachdem wir Fastfood zu Abend gegessen haben, hatten wir erst eine Führung bei Black Hills Gold Jewelry Factory und haben wir uns auf den Weg zu Mt. Rushmore gemacht. Unterwegs hat es sehr doll angefangen zu stürmen und gewittern. Der Regen war gut, die Blitze, durch die sehr oft Feuer entstehen , waren schlecht.

Wir waren einige Stunden (es hat nicht durchgehend geregnet) bei Mt. Rushmore, haben uns eine Licht-Show angesehen und die Präsidenten bestaunt.

Nach diesem Abend im Regen waren wir echt froh als wir endlich im Motel waren und schlafen konnten!

Den nächsten Morgen haben wir um 8 Uhr ausgecheckt und sind zu einem drive-in-Bärenpark gefahren. Da es gerde Breakfast-time war, haben wir all die Tiere aus nächster Nähe gesehen (ausschließlich einheimische Tiere)! Unter anderem auch wie 3 Pick Ups kamen um einen toten Bär zu bergen. Wahrscheinlich bei einem Kampf mit Artgenossen getötet worden…

Nach dem Bärenpark sind wir ein zweites Mal zu Mt. Rushmore gefahren. Diesmal bei gutem Wetter.


Von dort weiter zu Crazy Horse

Als wir von dort auf dem Weg zu Crazy Horse waren, haben wir unterwegs ein Waldbrand sehen können:
Das Bild ist bei Sonnenschein ohne Wolken aufgenommen worden. Alles am Himmel ist voll mit Qualm…

Weiter zu einem Wildpferde-Reservate (Hot Springs). Die komplette Fläche der Ranch hat nur einen einzigen Zaun außen herum…ansonsten sind die Tiere auf sich selbst gestellt. Man weiß nicht genau wie viele Pferde sich dort befinden oder wie alt sie sind. Im Winter werden sie nur an einer Ecke des kompletten Geländes gefüttert… In der Mitte des Reservates fließt ein Fluss…
Dotti und Mari

nach der Tour sind wir zurück nach Nebraska gefahren. Unterwegs kommte ich Wyoming sehen.

Wir sind über das Gelände von Fort Robinson gefahren…Im zweiten Weltkrieg hat diese „Stadt“ als Kriegsgefangenenlager für Deutsche Häftlinge gedient. Es sieht zwar nicht aus wie ein Gefängnis, da es zu allen Seiten offen ist, aber damals sind die Flüchtlinge entweder erfrohren oder durch die Hitze gestorben, da es mehrere Tage brauchte um zum nächsten Ort zu gelangen, wo sehr wahrscheinlich schon wieder jemand warten würde, der den Flüchtling zurück bringen würde.

Von Fort Robinson ging es weiter nach Alliance, wo ich mir gerne noch das Carhengeansehen wollte. Vorbild des Künstlers war Stonehenge in England diente. „Carhenge besteht statt aus Steinen aus amerikanischen Autos, die mit grauer Farbe besprüht sind. Die 38 Oldtimer wurden in einem Kreis von 29 Metern aufgestellt. Einige Autos wurden senkrecht, 1,5 Meter im Boden verankert aufgestellt und zum Teil über waagerecht aufliegenden Autos miteinander verschweißt. Drei Autos wurden vergraben und ein Auto als Grabstein dazu gestellt auf dem steht: – Here lie three bones of foreign cars. They served our purpose while Detroit slept. Now Detroit is awake and America’s great! – (Hier liegen die Gebeine ausländischer Autos. Sie erfüllten ihren Dienst während Detroit schlief. Jetzt ist Detroit aufgewacht und Amerika ist groß!)“ (wikipedia)

Von Alliance aus sind wir weiter nach Mullen gefahren, wo ein Bullriding-Contest stattgefunden hat. Schon 14 jährige Jungs haben sich auf die Rücken der Bullen gewagt, was wirklich spannend anzusehen war. Zwischendurch wurden alle kinder von 3 bis 6 Jahre in die Arena gerufen und zwei Kälber mit jeweils einem Band am Schwanz wurden ebenfalls in die Arena gelassen. Die Kinder mussten dann den Kälbern hinterher rennen und wer die Schleife ergattern konnte, hat gewonnen. Danach nochmal das Selbe mit 7 bis 13 Jährigen. Wirklich witzig!

Wir waren gestern Abend sehr spät zuhause…

Heute morgen ging es direkt wieder zur Kirche und anschließend zum Church Picknick bei Familie Shinn.

Und den restlichen Tag? Ja, den restlichen Tag hab ich wohl damit verbracht diesen Blog auf den aktuellen Stand zu bringen.

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4 Gedanken zu „42 Stunden

  1. Hallo Chiara,
    habe gerade zum ersten Mal Deinen Blog gelesen, wirklich toll, wie Du über Deine Erlebnisse berichtest. Das erinnert mich mal wieder an meine IFYE-Zeit, die leider schon 15 Jahre her ist. Da schwelge ich doch gleich wieder in
    Erinnerungen. Geniesse Deinen Aufenthalt in vollen Zügen !
    Viele Grüsse aus Schleswig-Holstein, Hilke

  2. Hallo Chiara,
    es ist so toll was du alles erlebst und so wie du schreibst sind wir alle dabei und ein bisschen neidisch.
    Heute war bei uns seit langem der erste Tag, den man mit Sommer bezeichnen könnte und du kannst dir vorstellen wie jetzt hier die Traktoren rollen.
    Wir wünschen dir weiterhin eine tolle Zeit und vergiss nicht uns teilhaben zu lassen.
    Liebe Grüße
    M&M

  3. Hi Chiara,

    Wow ! Das sieht alles so toll aus. Am meisten beneide ich dich glaube ich grade um das etwas kühlere Wetter und Regen ! Schade, dass du in der Familie nur 2 Wochen warst. Aber ich wünsche dir ganz viel Spaß bei der IFYE Conference und einen guten Start in deiner neuen Familie.

    Liebe Grüße aus dem einen-weiter-südlichen-Staat 😉

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