Meine ersten Tage mit den Batie’s

Als ich Sonntag hier angekommen bin hab ich direkt erstmal Barb und Don, meinen neuen Gasteltern, beim Sweetcorn geholfen. Sweetcorn sieht aus wie normaler Mais, ist nur viel süßer und schmeckt saugut! In Deutschland ist das ja leider nicht so verbreitet mit dem Mais essen und Mais wird größtenteils für Silage angebaut. Wirklich schade!

Sonntagabend hat mich Don dann mit zu den Feldern genommen und hat mir die Bewässerungen erklärt. Nebraska hat einen sehr hohen Grundwasserspiegel und daher ist es für die Farmer einfacher die Felder zu bewässern, als in anderen Staaten. Es gibt verschiedene Bewässerungssysteme. Was ich schon sehr oft in Nebraska gesehen habe ist eher eine künstliche Beregnung. Allerdings haben die Baties Bewässerungen dieser Art nur einige wenige und mir ist gerade aufgefallen, dass ich davon noch keine Foto’s habe, also muss ich das wohl nochmal im nächsten Blog ansprechen 😉

Jetzt aber zu den Bewässerungen die er mir gezeigt hat. 2/3 der, von der Familie Batie bewirtschafteten Fläche wird mit Wasserpipelines bewässert mit der sogenannten Furchenberieselung. Das funktioniert so:
Das Feld muss für diese Art von Bewässerung am Hang liegen. Entlang der kompletten oberen Seite liegt dann die Pipeline und von oben nach unten werden Rinnen/ Ackerfurchen gezogen (deshalb wird diese Methode hauptsächlich bei reihenförmig angebauten Pflanzen wie Mais, Sojabohnen oder auch Baumwolle angewendet), in denen das Wasser den Hang hinab laufen kann und somit das ganze Feld bewässern kann.  Das Wasser, welches auf dem Weg zum unteren Ende des Feldes nicht versickert ist, wird in einem Becken gesammelt und wieder zu den Pipeline’s gepumpt.

Das obere Ende eines Sojabohnen-Feldes:

…und eines Maisfeldes:

Eine andere Art der Bewässerung, die er mir gezeigt hat, war eine unterirdische Bewässerung. Hierbei wird das Wasser durch den Boden direkt zu den Wurzeln geleitet. So ganz hab ich das noch nicht verstanden, aber Don hat versprochen mir noch Diagramme und Bilder zu zeigen.

Hauptsächlich laufen die Bewässerungen nachtsüber. Viele Farmer sind an einem Projekt mit den Stromversorgern beteiligt. Warum hauptsächlich in der Nacht? Damit die Leute tagsüber natürlich genug Strom für all die Klimaanlagen haben ;). Als Don und ich also auf den Feldern waren hab ich zu ihm gesagt, dass die Felder ja wie Farmtiere sind. Man muss sie Abends mit dem Wasser „füttern“ und morgens die Anlagen wieder abstellen.

Sonntagabend haben wir uns mit befreundeten Familien getroffen. Die erwachsenen machen jeden letzten Sonntag im Monat eine Bible Study zusammen und die Kinder schauen währenddessen einen Film oder, wie diesen Sonntag die olympischen Spiele.
Montag bin ich mit Barb nach Lexington in die Kirche gefahren. Die Kirche hat eine riesige Küche und Barb bringt den 4H-Kids backen bei. Montag hat allerdings nur ein kleiner Junge auf uns gewartet, der nochmal üben sollte Pie zu backen, da er einen American Pie bei der County Fair nächste Woche einreichen soll. Ich hab dann also auch mein ersten Pie gebacken. Er sah zwar nicht wie „der perfekte Pie“, hat aber dafür um so besser geschmeckt und ich war wirklich stolz fürs erste mal!

Montagabend bin ich dann mit meiner 19jährigen Hostsister Cicely und ihren Life quard-Freunden aus dem Schwimmbad ins Kino nach Kearney gefahren und wir haben uns den neuen Badman angesehen. Ein wirklich guter Film, aber in Deutsch wäre er eindeutig besser gewesen 🙂 Mit den Sprechszenen hatte ich doch das ein oder andere Problem.

 

 

 

Dienstagmorgen bin ich mit Cicely in die Highschool gefahren. Sie geht in Lincoln (Hauptstadt von Nebraska) ins College und hat momentan Ferien. Da sie Volleyball spielt, hat sie ein Trainingsplan von ihrem College-Coach bekommen und nun macht sie fast jeden Morgen Sport in dem Trainingsraum ihrer alten Highschool. Auch hier hat sie einen Coach, der aufpasst, dass sie ihren Trainingsplan auch einhält.

Barb hat mich dann nach einer Weile dort abgeholt und mit ihr bin ich zu einem Bio-Betrieb gefahren. Sie ist Reporterin und muss einen Bericht über diesen Betrieb schreiben. Es war sehr interessant zu sehen, dass durchaus auch Bio-Mais gut wachsen kann, in einer Gegend wo sonst nur genveränderter Mais und Sojabohnen stehen 😉

Außer Heu und Mais hat der Betrieb auch noch ein paar Gewächshäuser wo Salat, Gurken, Tomaten und andere Gemüsesorten angebaut werden.

Nachmittags hab ich mich dann etwas gelangweilt und hab eine Runde mit meiner neuen Freundin Molly gespielt 😀 Sie ist 3 Jahre alt und ein Mix aus allen möglichen Hunderassen, unter anderem auch Labrador 😉 Ein sehr freundlicher Hund.

Abends sind Barb und ich dann nach Eustin (oder so) gefahren um Cicely beim Schlamm-Volleyball zuzusehen. Diese kleine Stadt ist eine der „älteren“ Städte Nordamerikas und da die meisten Bewohner deutsche Vorfahren haben, wurde die Stadt über Jahre hinweg etwas „deutsch gehalten“. Im Juni gibt es jedes Jahr den sogenannten „Wurst-day“ wo es die beste Bratwurst Amerikas gibt, wie ich mir sagen lassen hab.  Achja, und nen Steuerberater gibts hier auch 😉 Ob der aber Deutsch sprechen kann ist eine andere Frage.

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2 Gedanken zu „Meine ersten Tage mit den Batie’s

  1. Hallo Chiara!
    Das ist wirklich sehr beeindruckend und spannend, was Du da erzählst. und die Bilder…., die sprechen für sich. Sehr informativ und wieder ganz anders, als die Familien zuvor!!!
    In Kürze werden wir hoffentlich genauso beeindruckt werden aus einem ganz nördlichen Land, Norwegens Norden(Tromsö). Und wir sitzen in der Mitte und würden am liebsten immer hin und her reisen zu unseren Töchtern und die Eindrücke direkt erleben.
    weiterhin viel, viel Spaß,… die Zeit vergeht sooooo schnell!
    Liebe Grüße
    Bettina

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