FEUER!

Achtung fertig uuuund Feuer! Die Ernte hat begonnen, die Hitze steigt von Tag zu Tag und der Wind ist auch noch dazu gekommen. Was das wohl mit sich bringt!?

Gestern: Gestern morgen habe wir angefangen den Mais zu ernten auf einem Feld, wo der Ertrag normalerweise bei (wenn ich richtig umgerechnet habe) 95 dt/ha liegt (150 bushel/acre), dieses Jahr lag der Ertrag allerdings wegen der Trockenheit unter der Hälfte (keine Künstliche Bewässerung).  Mittags hat mich Tammy abgeholt, da wir noch nach Fremont wollten um ein paar Dinge einzukaufen. Gestern Abend um 6 Uhr, als wir dann zuhause waren, hab ich geduscht und mich nur ein paar Minuten aufs Bett gelegt und sofort eingeschlafen, bin aber erst um halb 10 wieder aufgewacht um Zähne putzen zu gehen.

Heute: Ging es wieder früh los und wir sind zu einem weiteren kleinen Hof gefahren, der der Familie Gregerson gehört. 4 große Silos und weitere Gebäude mit Stauraum für Maschinen. Dort hat Tim gestern schon den Mähdrescher hin gebracht. Wir sind dann zum ersten Feld gefahren wo gestern auch schon jemand den Trecker mit Überladewagen hin gebracht hat. Auch dieser Mais war wieder sehr trocken in den äußeren Spuren. Nur ca. 13 % Nässe (in Deutschland durchschnittlich mit 30%).  Ich bin dann den Trecker mit Überladewagen gefahren, da sonst noch niemand da war. Als erstes meinte Tim, ich solle einfach neben ihn fahren, wenn er den Getreidearm (Deutsches Wort!?) ausklappt und er lässt den Mais dann aber im Stehen auf den Wagen laufen. Als ich dann aber das erste mal neben ihn gefahren bin, hat er mir direkt das Handzeichen zum Weiterfahren gegeben und wir habens also doch beim Fahren gemacht. Nachdem wir den Überladewagen und auch den Mähdrescherspeicher komplett voll hatten, mussten wir kurz warten, bis der erste LKW und einer der Helfer mit seinem Pick Up kamen. Kurz nachdem wir wieder mit dem Dreschen weiter gemacht haben, hat Tim einen Anruf bekommen und ich konnte förmlich sehen, wie sich sein Gesicht immer mehr verspannt und er begann lauter zu sprechen. Als er aufgelegt hat, hat er nur noch Gas gegeben um zum Pick Up zu kommen und hat irgendwas von Fire gesagt. Ich hab gefragt „Fire?“ und er wurde lauter „YEEES FIRE!“ und ich hab nicht weiter nachgefragt, sobald ich aber nach hinten gesehen hatte, konnte ich es in der Ferne auch schon selbst erkennen. Irgendwas hat angefangen zu brennen. Von dem Moment an die nächsten 10 Minuten habe ich nur noch Schimpfwörter und Flüche gehört, wir sind in den Pick Up gesprungen. Der Mitarbeiter und ich haben uns irgendwie auf einen Sitz gequetscht, bzw. ich saß mehr zwischen den beiden Sitzen und dann ist Tim auch schon im vollen Tempo auf der Schotterstraße los gesaust. Wir haben kurz bei dem kleinen Hof, wo wir am Morgen den Mähdrescher geholt haben, da dort eine große Selbstfahrerspritze steht. Sie war aber nicht voll, also sind wir mit dem Pick Up weiter zu dem Feuer gefahren, wo wir dann auf die Feuerwehr gewartet haben. Als die Feuerwehr da war, hat es vielleicht 15 Minuten gedauert um den Brand zu löschen. Da es aber sehr windig war, hat das Feuer in der Zeit fast ein ganzes Maisfeld abgebrannt.


Dort haben wir morgens den Mähdrescher abgeholt und dort stand dann auch die Selbstfahrerspritze, von der ich leider kein Foto schießen konnte, da wir ja total im Stress waren wegen des Feuers.


das Feuer



nach dem Feuer

nachdem alles gelöscht war, haben wir eine Weile weiter gedroschen und ich bin dann mit dem Mitarbeiter, mit dem LKW mit gefahren. Die Familie Gregerson verkauft einen Teil ihres Maises direkt an die internationale Firma Cargill, welche einen Standort in dem 30 minütig entfernten Blair hat. Es war einfach riesig!

„Cargill ist ein internationaler Produzent und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Nahrungsmittel, Landwirtschaft, Finanzen und der technischen Industrie.
1865 gegründet, beschäftigt das privat geführte Unternehmen 139.000 Mitarbeiter in 65 Ländern.“ (http://www.cargill.de/deu/home/index.shtml)
Das ist das Unternehmen in Blair (gegründet 1995):

Um auf das Gelände zu kommen, mussten wir an einem kleinen Häuschen halten, wo die zugeteilte Nummer des LKW’s notiert wurde. Von dort ging es direkt über eine Waage, wo man eine Chipkarte an einen Automaten halten musste.

Von dort ging es weiter zu einem Häuschen mit 2 langen Roboterarmen, die Proben einmal quer durch den LKW ziehen. (Wir mussten wieder die Chipkarte an einen Automaten halten)

und von dort ging es zu der letzten Station, wo der Mais dann abgeladen werden konnte. Wir mussten die Chipkarte an einen Automaten halten, damit die Schranken sich öffnen und wir in das Gebäude fahren konnten.

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4 Gedanken zu „FEUER!

  1. Hi Chiara!
    Wow, das ist ja spannend, nicht als ob der Tagesablauf mit seinen Eindrücken schon spannend genug wäre, so musste dann auch noch ein Feuer daher.
    Mensch, Du erlebst so viel ! Da bin ich jetzt schon gespannt, was Du noch alles so erzählst, wenn Du wieder da bist!
    Liebe Grüße
    Bettina

  2. Wie immer war es mal wieder sehr spannend, deinen Blog zu lesen (und auch die Kommentare zum letzten)! Das muss ja wirklich Aufregung pur gewesen sein (ich hoffe, du hast nun zum Abschluss deiner Zeit auch noch ausreichend Flüche und Schimpfwörter neu hinzugelernt 🙂 !) – wenn ich mir die Situation vorstelle… von 0 auf 100 (oder von 30 auf hundert)… um dann hinterher nach der Ernüchterung über das verlorene Feld wieder gleich zur Tagesordnung überzugehen… gar nicht so einfach!
    Toitoitoi, Doris

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